INVENTUR
- 1 Grundlegende Definitionen
- 2 Der Inventurverantwortliche
- 3 Inventurvorbereitung
- 4 Inventurdurchführung mit syslog.ERP
- 5 Inventurvorbereitung
- 5.1 Beistellteileliste Lieferant
- 5.2 Virtuelle Lagerorte
- 5.3 Sperrlager
- 5.4 Konsignationsbestände
- 5.5 Sonderbestände Roh- Hilfs-/Betriebsstoffe
- 5.6 Systemversandlager
- 5.7 Belegorganisation
- 5.8 Halbfertige Bestände/AiA-Bestände
- 5.8.1 Konfiguration
- 5.8.2 Vorarbeiten
- 5.8.3 Fertigungs- und Montagebestand
- 5.8.4 Abgebrochene / eingelagerte AiA - Bestände
- 5.9 Reparatur-/Kundendienstaufträge
- 5.10 Bestandsbuchungen vor Inventurstart
- 5.11 Beistellteileliste Lieferanten (EK100)
- 5.12 Abgrenzungslisten
- 5.13 Sammelabruf Rechnungen (RG20)
- 5.14 Externe Arbeitsgangliste generieren (FE100)
- 6 Inventurstart / - Durchführung
- 6.1 AIA Bestand generieren
- 6.2 Einstellungen Lagerorte (LP10)
- 6.3 Voraussetzungen für die permanente Inventur in syslog.ERP sind:
- 6.4 LB12 Lager Buchen Korrektur
- 6.5 Alle relevanten Systemparameter (SI10) überprüfen
- 6.5.1 MAWI_INV_BEWERTUNG
- 6.5.2 MAWI_INV_ABWERT
- 6.5.3 MAWI_INV_PROZ1 bis MAWI_INV_PROZ4
- 6.5.4 MAWI_INV_PROZ0 bis MAWI_INV_PROZ5
- 6.5.5 MAWI_INV_VERBRAUCH
- 6.5.6 Reichweitenverfahren
- 7 Durchführung mit Syslog-ERP
- 8 Inventurbewertung
- 8.1 Bewertungsregeln nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB
- 8.2 Grundsatz der Einzelbewertung laut § 252, Abs. 1 Nr. 3 HGB
- 8.2.1 Bewertungsverfahren
- 8.2.2 Bewertungsgegenstände
- 8.3 Bewertungsverfahren in syslog.ERP
- 8.3.1 Bewertungsstrategie
- 8.3.2 Abwertungsstammdaten
- 8.3.3 Abwertung / Teilbewertung
- 8.3.4 Abwertung nach Datum letzte Bewegung
- 8.3.5 Abwertung nach Datum letzter Einlagerung
- 8.3.6 Abwertung nach Bedingung im Inventurbewertungsschlüssel (Datum letzter Einlagerung)
- 8.3.7 Abwertung nach Bedingung im Inventurbewertungsschlüssel (Reichweitenverfahren)
- 8.4 IB11 Abwertungsstammdaten
- 8.5 Bewertung von Sonderbeständen
- 8.5.1 Sperrlager (Lagerorte)
- 8.5.2 Wareneingangslager
- 8.5.3 Greifteile (virtuelle Lagerorte)
- 8.5.4 KANBAN-Teile (virtuelle Lagerorte)
- 8.5.5 Beistellteile (virtuelle Lagerorte)
- 8.5.6 Treuhandlager (virtuelle Lagerorte)
- 8.5.7 System Versandlager (SVL)
- 8.5.8 Außen- / Konsignationslager
- 8.5.9 Fremdes Eigentum
- 8.5.10 Hilfs- und Betriebsstoffe (virtuelle Lagerorte)
- 8.6 Bewertung durchführen
- 8.7 Bewertung drucken
- 8.8 Bewertung übernehmen
Grundlegende Definitionen
Welches Ziel und welchen Hintergrund hat die Inventur
Die Verpflichtung zur Inventur ergibt sich aus
§ 240 HGB sowie aus den
§§ 140 und 141 Abgabenordnung
Aufgrund dieser Vorschriften ist für alle Unternehmen die bilanzieren eine Bestandsaufnahme zu erstellen. Für die Ordnungsgemäße Inventur ist eine Voraussetzung, dass die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung gewährleistet wird. Das Ergebnis der Inventur ist eine umfassende Liste aller Gegenstände, die dem Unternehmen gehören, gleich ob sie einen Wert haben oder nicht (Inventar). Das Inventar muss die Überprüfung der Mengen und der angesetzten Werte ermöglichen. Es ist daher notwendig, dass über jeden Posten im Inventar folgende Angaben enthalten sind.
Menge (Masse , Zahl, Gewicht)
Verständliche Bezeichnung des Gegenstandes
Artikelnummer, Artikelbezeichnung, Größe
Wert der Maßeinheit
Begriff
| Erklärung |
|---|---|
Inventurhandlung
| Die Tätigkeit des Messens, Zählens, Wiegens sowie jede andere der Bestandserfassung dienende Tätigkeit. |
Inventur
| Die Gesamtheit aller einzelnen Inventurhandlungen. |
Inventurstichtag
| Der kalendermässig definierte Tag, an dem eine Inventur durchzuführen ist. In der Regel identisch mit dem Bilanzstichtag. |
Stichtagesinventur
| Jede am Inventurstichtag vorgenommene Handlung. |
Verlegte Inventur
| Die Inventur zu einem anderen als dem Inventurstichtag. |
Permanente Inventur
| Die nicht auf einen bestimmten Inventurstichtag, sondern über eine längere Zeitperiode, verteilte Gesamtheit aller Inventurhandlungen. |
Stichprobeninventur
| Inventur auf Buchbestand mit einer statistisch ausgewählten Zählvorgabe. |
Der Inventurverantwortliche
Ein von der Geschäftsleitung zu bestimmender Inventurleiter ist für die Planung und Durchführung der Inventur verantwortlich. Ergebnis dieser Planung ist eine Inventuranweisung. Dieser hat ein Inventurprotokoll zu führen. Wichtige Aufgaben des Inventurleiters umfassen.
Räumliche Aufteilung der einzelnen Lagerbereiche
Nummerierung und/oder Verzeichnung aller Aufnahmeorte
Einsatzplanung des Personals, insbesondere die Zuordnung von Aufgaben an die einzelnen an der Inventur beteiligten Mitarbeiter
Das Personal den Aufnahmeorten zuordnen
Erforderlich Schulungen durchführen
Unmittelbar vor der Durchführung der Inventur das Lager ordnen und kennzeichnen
Eventuell Geschäftspartner und andere Dritte über die Betriebsunterbrechung / Schließung informieren
Personal bei Beginn der Inventur einweisen
Belege, insbesondere Inventurzähllisten ausgeben, nach Durchführung der Inventur - einsammeln, kontrollieren und lückenlos protokollieren.
Der Inventurverantwortliche ist Verantwortungsträger für
Materialwirtschaft
Finanzwesen
Teambildung
Revisionsorganisation
Bewertungsentscheidungen
Lagerbereiche/Lagerorte
Wareneingang vor Rechnungseingang und umgedreht
Rechnungsausgang vor Warenausgang und umgedreht
Kanbanteile / Greifteile
Konsignationslager (Kunden + Lieferanten)
Vorschlag für ein Inventurprotokoll:
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Inventurvorbereitung
Bei der Stichtagsinventur werden zum Ende des Geschäftsjahres
alle Halb- und Fertigwaren in den Lägern
Umlaufvermögen wie Rohmaterialien / Hilfsstoffe / Betriebsstoffe
alle begonnenen laufenden Aufträge
Anlagen und Investitionsgüter
gezählt, bewertet und protokolliert. Um Differenzen oder Doppelbuchungen zu vermeiden, werden die Lager während des Vorgangs gesperrt.
Inventurzeitmanagement
Fixierung von Datum und Uhrzeit der Zählung. Bsp.: Stichtag = 15. 12. 2012 10 Uhr
Bis zu diesem Zeitpunkt muss sichergestellt sein.
Materialbereitstellung
Bei weiterlaufender Produktion müssen alle Entnahmen, die über den Zählzeitraum benötigt werden, vorher entnommen und gebucht sein.
Versandbereitstellung
Alle Waren, die über den Zählzeitraum versandt werden, müssen entnommen und gebucht sein. Der Lieferschein muss gedruckt sein, damit die Ware nicht mehr im Bestand ist. Eventuell die Ware an einen separaten Lagerort legen.
Ungeplante Entnahmen für Reparaturen
Ungeplante Entnahmen müssen vorher entnommen und verbucht sein.
WE - Umbuchungen sowie vollzogene Einlagerungen
Alle WE-Umbuchungen und Einlagerungen müssen verbucht sein. Häufig wird die Einlagerung vom Lageristen vollzogen, die Verbuchung macht jedoch der Einkauf.
Sonstige Vorbereitungen
Zählteams definieren
Manuelle Zählbelege erstellen und paginieren
Bestandsteile von AiA-Teilen räumlich trennen (AiA = Auftrag in Arbeit)
Abgrenzungslisten erstellen
schwimmende Ware (Beistellung Lieferanten)
geliefert, nicht berechnet an Kunden
berechnet, nicht geliefert an Kunden
geliefert, nicht berechnet von Lieferant
berechnet, nicht geliefert von Lieferant
Inventur Sollbestände werden generiert und Zähllisten gedruckt.
Bei der Zeitplanung ist zu berücksichtigen, dass der Bearbeitungsaufwand zwischen Zeitpunkt letzte Buchung und Start des Zählvorganges mehrere Stunden dauern kann.
Räumliche Aufteilung
Grundsätzlich ist zwischen den einzelnen Lagernummern zu unterscheiden. Innerhalb einer Lagernummer wird typischerweise zwischen den Lagerorten, bei großen Lagerorten, in einzelne Lagerbereiche unterteilt.
Für jeden Lagerort (Bereich) gibt es Aufnahmeteams bestehend aus Zählendem und Aufnehmendem, die für die Erfassung des gesamten Bestandes in Ihrem Bereich verantwortlich sind.
Inventur im Außen- und Sonderlager
Sonderbestände
Kanban- und Greifteile sowie Lager ohne Bestandsführung werden gezählt und auf manuelle Zählbelege erfasst. Die Erfassung erfolgt auf virtuelle Lagerorte. Diese Teile dürfen nicht über Differenzbuchungen in den dispositiven Bestand aktiviert werden und virtuellen Lager nicht selektiert werden.
Fremdes Eigentum
Kundenbestellungen und Lieferantenkonsignationsware sind mit einem eigenen Beschaffungsschlüssel zu versehen. Dadurch können sie bei der Bewertung und Bewertungsdokumentation einfach ausgegliedert werden und wie eigene Teile gezählt, und und bearbeitet werden.
Lieferantenbeistellungen
Sind Teile, die zur Integration in höhere Baugruppen an Lieferanten bereitgestellt werden. Sie werden mittels Entnahmepapier aus dem Bestand abgebucht, und somit auf die Einkaufsbestellung umgebucht. Sie befinden sich somit nicht mehr im aktiven Bestand.
Diese Teile werden auf Basis der Liste „offene Bestellungen“ vom Lieferanten gezählt und bestätigt. Die Erfassung und Bewertung erfolgt auf einem virtuellen Lager und wird somit nicht über eine Differenzbuchung in den Bestand zurück gebucht.
Inventurdurchführung mit syslog.ERP
Die Inventur unterteilt sich in drei Abschnitte:
Abschnitt 1 = Vorarbeiten / Inventurvorbereitung (Tätigkeiten ca. 14 Tage vor der Inventur)
Abschnitt 2 = Inventurstart und Durchführung (Tätigkeiten am Inventurstichtag / evtl. 1 - 2 Tage früher)
Abschnitt 3 = Inventurbewertung (Tätigkeiten nach der Inventur)
Inventurvorbereitung
Beistellteileliste Lieferant
Im Einkauf unter Auswertungen gibt es die Liste EK105 Beistellpositionen.
Auf dieser Liste werden alle Bestellungen, die als Entnahme verbucht sind, mit Menge und Wert ausgedruckt.
Virtuelle Lagerorte
Virtuelle Lagerorte dienen zur Erfassung und Abgrenzung von Beständen, die bereits in die Kosten (Verbrauch) abgebucht wurden oder in den Werkstatt- Werkbeständen verfügbar sind. (Greif- / KANBAN- /Treuhandteile).
Bestände auf diesen Lagerorten müssen bewertet, dürfen aber nicht in den dispositiven (aktiven) Bestand über Differenzmengenbuchungen zurückgeführt werden. Es wird empfohlen, diese Lagerorte als Sperrlager zu klassifizieren und nach dem Inventurabschluss wieder zu löschen. Zur besseren Lokalisierung der „Zählbestände (Revision) sollten die Lagerorte „Platzpflichtig“ und mit „Mehrere Artikel pro Lagerplatz“ klassifiziert werden.
Bei der Inventurbuchung wird der Bestandsort (Lieferant, Kostenstelle, etc.) als Platz erfasst.
Sperrlager
Sperrlager sind Lagerorte, deren Bestände nicht im dispositiven Bestand geführt werden. Es existieren zwei verschiedene Arten von Sperrlagern.
Vorgangsbezogene Sperrlagerorte
Das sind zum Beispiel Wareneingangslagerorte. Die Gegenbuchung erfolgt automatisch in der Einkaufsbestellung. Differenzen werden nicht automatisch in die Bestellung gebucht, es empfiehlt sich deshalb, die Differenzliste manuell im Einkauf zu klären und die Bestell WE-Bestände zu berichtigen.
Sperrlagerorte ohne Vorgang
Das sind beispielsweise QS-Lager. Dort gebuchte Bestände haben keine Gegenbuchung in Vorgängen. Differenzen werden wie bei normalen Lagern behandelt.
Konsignationsbestände
Eigene Konsignationsbestände
Eigene Konsignationsbestände sind Außenlagerbestände.
Vertreterlager
Kommissionsware bei Kunden
Fahrzeugbestände Außendienst
bezahlte Ware beim Lieferanten
Für diese Bestände gilt die Zähl- und Bewertungsvorschrift der Innenlager. Die Außenlagerverantwortlichen sind rechtzeitig zu informieren und mit Inventurzähllisten und manuellen Belegen zu versorgen.
Fremde Konsignationsbestände
Sind fremdes Eigentum und somit in den Bilanzbeständen nicht aktiviert. Innerhalb der MAWI-Bestände werden sie jedoch geführt und bewertet. Sie sind an einem eigenen Beschaffungsschlüssel, einer eigener Klassifizierung, oder dem Kennzeichen Konsignation im Lagerteilestamm erkennbar und können darüber aus den Beständen und Bewegungen selektiert werden.
Sonderbestände Roh- Hilfs-/Betriebsstoffe
RHB-Bestände werden in der Regel bestandsgeführt. Wenn nicht, werden Sie wie andere Sonderbestände über manuelle Zählbestände auf virtuelle Lagerorte erfasst und dort manuell bewertet. Werden RHB Bestände bestandsgeführt, dann erfolgt die Erfassung, Bewertung und Verwaltung wie bei normalen Innenbeständen. Besonders zu beachten ist die Abstimmung der logistischen Bestandsführungsorganisation mit der Bilanzierungsstrategie.
Werden RHB-Bestände in die Kosten, oder in die aktiven Bestände gebucht?
Andere Sonderbestände sind bspw.
Werkzeuge / Vorrichtungen
Schrott
Halbfertige-/aktivierungspflichtige Eigenleistungen
Systemversandlager
Diese Lagerorte sind in der Regel virtuelle Lagerorte. Die Empfehlung ist, Minusbestände auf dem SVL-Lager vor der Sollbestandsgenerierung zu löschen bzw. zu berichtigen.
Belegorganisation
Zählbelege werden unterschieden nach Sollbestandslisten und manuellen Zählbelegen.
Sollbestandszähllisten
Diese werden vom System auf Basis der Lagernummer /- Ort / - Platzverwaltung erstellt.
Manuelle Zählbelege
Sie dienen zur Erfassung von Teilen, die nicht auf den Sollbestandslisten dokumentiert sind sowie von Sonderbeständen (Kanban, Beistellteile, Anlageninventar (notieren der Inventarnummer / Kurzbezeichnung / Menge), Hilfs - / Betriebsstoffe)
Die manuellen Belege sind in ausreichender Anzahl vorzuplanen, da sie eindeutig nummeriert (paginiert) werden müssen und die Ausgabe, sowie der Rückfluss im Belegprotokoll einzeln dokumentiert werden muss.
Halbfertige Bestände/AiA-Bestände
Konfiguration
in der mawi.ini wird hinterlegt, wohin die Export-Dateien geschrieben werden.
Für den Export der AiA-Bestände wird die Datei „kalkinvtab.csv“ generiert. Es ist somit möglich die Dateien extern zu bearbeiten.
Vorarbeiten
Alle Materialbereitstellungen zu diesem aktiven Fertigungsauftrag buchen. Den Fertigungsfortschritt ( BDE ) zeitnah zum Bewertungszeitpunkt buchen. Bereitstellungsmaterial je Auftrag von Greifteile Beständen körperlich trennen.
Fertigungs- und Montagebestand
Im ERP -System geführte, begonnene Fertigungsaufträge (ab Status FD)
Zählung- und Bestätigung der aktiven Fertigungsaufträge auf Basis einer Fertigungsbestandsübersicht
Automatische Bewertung über das Modul Inventur „AiA-Bestand bewerten“
Achtung Bewertungsbesonderheiten:
Greifteile werden innerhalb der Fertigungsstruktur als „entnommen“ gebucht und dargestellt. Eine echte Verbrauchsbuchung erfolgt nicht. Ob diese Teile überhaupt, und wenn, dann in welchem Umfang bewertet werden stützt sich auf die Einstellung des Selektionsparameters „Greifteilebewertung“, beim Abruf der AiA-Bestandsbewertung.
Wahl der richtigen Bewertungsstrategie
Für die Greifteilebewertung gibt es drei Möglichkeiten:
Ja = alle Greifteile werden im AiA Bestand bewertet – anwenden, wenn Greifteile nicht gezählt werden, jedoch einen relativ hohen Anteil haben
Nein = alle Greifteile werden im AiA Bestand nicht gewertet - anwenden, wenn Greifteile nicht gezählt werden und einen geringen Anteil haben
Nur wenn bearbeitet = alle Greifteile, bei denen der Arbeitsgang auf erledigt steht, werden dem AiA-Bestand zugeordnet (Arbeitsgangstatus 80). Dies entspricht der gesetzlichen Vorschrift, ist aber nur möglich, wenn BDE gebucht wird.
Die generierten AiA-Bestände können als CSV-Datei mithilfe der Datenexportfunktion “Exportieren AiA-Bestände“ exportiert werden. Die Export-Datei kalkinv.csv wird auf dem in der mawi.ini Datei eingetragenen Pfad abgelegt.
Abgebrochene / eingelagerte AiA - Bestände
Diese Bestände werden wie Fertigungsbestand bewertet. Die Zählung erfolgt auf einem virtuellen Lagerort.
Der Zählbestand muss mit dem Fertigungsbestand abgeglichen werden und ggf. manuell im Fertigungsbestand berichtigt werden.
Reparatur-/Kundendienstaufträge
Reparatur- und Kundendienstaufträge haben in der Regel keine Fertigungsstruktur, werden aber ebenso inventarisiert. .
Beispiele hierfür sind:
Reparatur und Umbauaufträge
Entwicklungsdienstleistungen
Voraussetzungen für Inventarisierung sind die zeitnahe Materialentnahmebuchung auf den Kundenauftrag und eine zeitnahe Leistungsbuchung der produktiven Stunden auf Kundenauftrag.
Bewertungsgrundlage
KO404 Kostenträger Leistungsanalyse
Detail - Kostenprotokoll aus Kundenauftrag
Bestandsbuchungen vor Inventurstart
Entnahmen für die Produktion müssen getätigt und gebucht werden. Die Picksätze in PI10 werden kontrolliert.
Wenn Material bereits entnommen wurde: Picksatz verbuchen
Wenn Material nicht entnommen wurde: Entscheidung löschen oder stehen lassen
Entnahmen für den Versand müssen getätigt und gebucht werden. Die Bestände im LO10 werden überprüft.
Es gibt drei Fälle, die bearbeitet werden sollten:
Entnahmepapier verbucht aber Lieferschein noch nicht gedruckt - dann Entnahmepapier löschen oder Lieferschein drucken.
Lieferschein gedruckt aber Entnahmepapier nicht verbucht – dann Entnahmepapier verbuchen.
Falsche Datensätze über Korrekturbuchung berichtigen.
Das SVL-Lager sollte kontrolliert werden.
Prüfen, und wenn möglich Lieferschein und Rechnung drucken. Falsche Datensätze korrigieren.
Das Wareneingangssperrlager und QS-Lager sollte kontrolliert werden.
Hier gilt, alle Bestände müssen kontrolliert werden. Die Bestände soweit möglich aus dem WE-Lager in echte Läger oder Sperrläger verbuchen. Ansonsten wird das WE-Lager wie jedes andere Lager gezählt
Beistellteileliste Lieferanten (EK100)
Auf dieser Liste werden alle Beistellungen die als Entnahme verbucht sind mit Menge und Wert angedruckt
Für jeden Lieferanten, der Beistellteile hat, wird ein virtuelles Lager angelegt. Auf diesem Lager wird der Bestand nach Rückmeldung des Lieferanten manuell erfasst.
Abgrenzungslisten
Rechnungsabgrenzungsliste
Diese befindet sich im Einkauf unter Auswertungen EK100.
Abgrenzungsliste Auftragsbestand geliefert, nicht berechnet (AU100)
Hier kann entschieden werden, ob der LI storniert werden sollte, oder die Rechnung gedruckt werden kann.
Sammelabruf Rechnungen (RG20)
Über „Bearbeiten“ die entsprechenden Rechnung drucken.
Externe Arbeitsgangliste generieren (FE100)
Die externen Arbeitsgänge werden typischerweise anhand der Planungseinheiten eingegrenzt.
Inventurstart / - Durchführung
AIA Bestand generieren
Syslog bietet die Möglichkeit, innerhalb der Inventur (auch über Tagesabschlussprogramm) den AiA-Bestand zu generieren und zu exportieren.
AIA Bestand generieren (IV10)
In IV10 → Bearbeiten → AiA-Bestände wird der AiA-Bestand zunächst generiert (AiA-Bestand bewerten), anschließend kann dieser als CSV-Datei exportiert werden (AiA-Bestand exportieren).
Einstellungen Lagerorte (LP10)
In der Lagerortdefinition müssen Einstellungen kontrolliert werden.
Sperrlager / WareneingangslagerEntscheidung permanente - / Stichtagsinventur
IM LP10 Lagerortdefinition einen Druck generieren über alle Lagerorte.
ACHTUNG: Kennzeichen permanente Inventur
Ist das Kennzeichen gesetzt, dann wird beim Generieren der Inventursollbestände, der Zählbestand auf diesem Lagerort grundsätzlich auf den Sollbestand gesetzt. Anwendung findet dies vorwiegend bei der unterjährigen Inventur (monatl. Inventur, oder Inventurfortschreibung nach versetzter Inventur) damit ein Lagerort nicht gezählt werden muss. Bei der Jahresinventur kann dieses Verhalten über ”Bewegungsdaten perm. Inventur“ und das Kennzeichen ”Zählzwang“, bei der Sollbestandsgenerierung eingeschränkt werden.
Das Monatsabschlussprogramm wird generiert im TG10 und heißt Inv-Sollbestand generieren
Das Monatsabschlussprogramm generiert die Inventur jeden Monat. Somit kann man unterjährig schon nach den unstimmigen Beständen schauen und diese Inventur für die unterjährige Bilanzierung verwenden. Nach Bearbeitung wird die Inventur archiviert und gelöscht.
Achtung:
Der Tagesabschluss muss auch am Wochenende laufen Monatsende kann auch am Samstag oder Sonntag sein
Voraussetzungen für die permanente Inventur in syslog.ERP sind:
In der Parameterpflege Lagerbewegungsarten (bwatab) existiert eine Lagerbewegungsart
Nr.. 6 = Korrektur Permanente Inventur
Diese Bewegungsart hat das Kennzeichen Inventurbewertung.
Mit dieser Lagerbewegungsart muss die permanente Inventurbuchung unterjährig gebucht sein.
Die Lagerbewegungsart muss nicht die Nummer 6 haben. Das Kennzeichen Inventur-Bewegung ist entscheidend.
LB12 Lager Buchen Korrektur
Bewegungsart = 6
Derzeit am Lager = 8 Stück
Bestand neu = 3 Stück
Bemerkung = gezählt durch hjk
Unterjährig besteht die Möglichkeit im LG300 die Liste LG306 nicht gezählte abzurufen. Auf dieser Liste erscheinen abhängig vom Geschäftsjahr im Mandantenstamm alle Artikel die bis zu diesem Zeitpunkt innerhalb des Geschäftsjahres noch nicht mit Korrektur perm. Inventur gezählt wurden.
Alle relevanten Systemparameter (SI10) überprüfen
MAWI_INV_BEWERTUNG
Inventur Standardbewertung
Beschreibung
Regelt, welcher Preis bei der Sollbestandsgenerierung bzw. beim manuellen Erfassen von
Inventursätzen in das Feld Inventurpreis (invtab.invpreis) übernommen wird.
Hinweis
Parameter muss vor der Sollbestandsgenerierung gesetzt sein.
Niederstwertprinzip bedeutet, daß der niederste Wert aus den Feldern
Herstellkosten (Eigenfertigung)/Netto Einstandspreis (Kaufteilen) bzw. durchschnittlicher Einstandspreis (Lagerteilestamm) und letzter Einkaufspreis (Einkaufsarchiv) verwendet wird.
Wert
0 = Niederstwertprinzip
- Herstellkosten (Eigenfertigung) / netto Einstandspreis (Kaufteile)
- durchschnittlicher Einstandspreis
- letzter Einkaufspreis
1 = Inventurpreis aus Lagerteilestamm
Sollte nur zur unterjährigen Bestandsbewertung herangezogen werden (wenn überhaupt)
2 = Durchschnittlicher Einstandspreis aus Lagerteilestamm
Der über die Strategie gefundene Preis wird in das Feld „Inventurpreis“ (invpreis) übernommen und gilt als Vollwert (Preis vor Abwertung)
MAWI_INV_ABWERT
Inventur Abwertung
Beschreibung
Regelt die Abwertungsprinzipien
Hinweis
Parameter sollte vor der Sollbestandsgenerierung gesetzt sein. Die Bewertung kann jedoch mehrmals innerhalb der Inventur durchgeführt werden.
Wert
0 = dynamische Abwertung
1 = Abwertung nach letztem Bewegungsdatum
2 = Abwertung nach Inventurbewertungs-SL
3 = Abwertung nach Datum der letzten Einlagerung
4 = Abwertung nach über Bedingungen ermittelten Inventurbewertungs-SL (via Datum der letzten Einlagerung)
5 = Abwertung nach über Bedingungen ermittelten Inventurbewertungs-SL (via Reichweiten-Verfahren)
MAWI_INV_PROZ1 bis MAWI_INV_PROZ4
Diese Parameter werden für zwei Bewertungsarten benutzt
dynamische Bewertung durch Verbrauch
Abwertung nach letztem Bewegungsdatum
Beschreibung für dynamische Abwertung durch Verbrauch
Der Verbrauch des abgelaufenen Geschäftsjahres wird in die Zukunft projiziert.
Dieser Verbrauch wird für das abgelaufene Jahr voll bewertet und ür die Jahre +1f, +2, +3 um den Prozentsatz im Systemparameter MAWI_INV_PROZ1 bis 3 abgewertet. Der Inventurbestand minus dem ermittelten Verbrauch mal 4 ergibt einen Rest, der dann mit dem Prozentsatz im Systemparameter MAWI_INV_PROZ4 bewertet wird.
Hinweis
Parameter sollte vor der Sollbestandsgenerierung gesetzt sein. Die Bewertung kann jedoch mehrmals innerhalb der Inventur durchgeführt werden.
Wert
Prozentwert
Bsp.: 40 = 40 %
MAWI_INV_PROZ0 bis MAWI_INV_PROZ5
Diese Parameter werden für zwei Bewertungsarten benutzt
dynamische Bewertung durch Verbrauch
Abwertung nach letztem Bewegungsdatum
Beschreibung für Abwertung nach letztem Bewegungsdatum
Vollbewertung aller Teile die im abgelaufenen Geschäftsjahr bewegt wurden
Abwertung um Prozentsatz aus Systemparameter
MAWI-INV-PROZ0 Bewegung in GJ
MAWI-INV-PROZ1 Bewegung in GJ -1
MAWI-INV-PROZ2 Bewegung in GJ -2
MAWI-INV-PROZ3 Bewegung in GJ -3
MAWI-INV-PROZ4 Bewegung in GJ -4
MAWI-INV-PROZ5 Bewegung in GJ -5 und davor
Hinweis
Parameter sollte vor der Sollbestandsgenerierung gesetzt sein. Die Bewertung kann jedoch mehrmals innerhalb der Inventur durchgeführt werden.
Wert
Prozentwert
Bsp.: 40 = 40 %
MAWI_INV_VERBRAUCH
Beschreibung für Abwertung nach letztem Bewegungsdatum
Mit diesem Parameter wird entschieden wieviel zurückliegende Jahre für den durchschnittlichen Verbrauch herangezogen werden. Dieser Verbrauch wird bei der dynamischen Abwertung in die Zukunft projiziert.
Hinweis
Parameter sollte vor der Sollbestandsgenerierung gesetzt sein. Die Bewertung kann jedoch mehrmals innerhalb der Inventur durchgeführt werden.
Wert
1 = 12 Monate
2 = 24 Monate
3 = 36 Monate
Reichweitenverfahren
Abwertung nach Reichweitenverfahren (MAWI_INV_ABWERTUNG=5 ):Beim Reichweitenverfahren wird der Abwertungsschlüssel aufgrund einer frei definierbaren Reichweitenbedingung (IB10/11) ermittelt.
Beispiel:
IB-Schlüssel | Bedingung | Anzahl | Zeitraum | proz. Abwertung |
10 | <= | 1 | Jahr | 0 |
20 | <= | 2 | Jahr | 10 |
30 | <= | 3 | Jahr | 22 |
40 | <= | 4 |